Pott, versteh ich. Passt zu Euch, da kommt Ihr her. Unterwechs, find ich auch gut, zeigt Eure Weltoffenheit. Aber Akademie? Ist das nicht irgendwas mit Wolkenkuckucksheim, Theorie, abgehoben, ganz weit weg, Elfenbeinturm, nur was für neunmalkluge Klugscheißer und so? Theorie ist ja ganz nett, aber ich steh mehr auf Praxis!

Akademien gibt es seit den alten Griechen. Das waren Einrichtungen, die der Forschung, Bildung, Lehre und Ausbildung dienten. Schöngeistiges wurde da in gleicher Weise bedient wie Abgehobenes und Handfestes. Akademien sind unabhängig von staatlichen Einflüssen, Universitäten sind die klassischen staatlichen gehobenen Bildungseinrichtungen. Akademien sind Zweckeinrichtungen, sie können Sponsoren haben oder bestimmten Zwecken dienen.

Damit das gleich mal klar ist: die Pottakademie ist völlig unabhängig. Wir denken, was wir sagen und wir sagen, was wir denken. Über unsere Akzeptanz und Qualität entscheiden nur unsere Mitmacher (das sind ALLE an unseren Veranstaltungen beteiligten).

Akademien beschäftigen sich mit Wissen und mit Nicht-Wissen. Wissen wird heute überschätzt, in unserer Pottakademie spielt Wissen eine untergeordnete Rolle. Wissen, das Du brauchst, findest Du im Internet. Pottakademie ist, was Du im Netz nicht findest. Mehrwert also. Kurze Impulse, ja. Aber vor allem Disput, Streitgespräch, Austausch, Beratung auf Gegenseitigkeit, Ideen, Gelegenheit zum Probieren im Schutzraum der Akademie, Anstöße, mit einem Wort: gelebte Wirklichkeit (ja, das sind zwei Worte). Wir arbeiten mit Werkzeugen, nicht mit Rezepten, abgeschriebenen Methoden oder Lehrbuchwissen.

An dieser Stelle passen ein paar Worte über Theorie und Praxis. Die sind nämlich nicht wie landläufig geglaubt wird Gegensätze. Theorien versuchen, ein Bild von der Welt zu erstellen. Sie sind aber nicht die Welt selbst. Theorien sind keine Methoden oder Rezepte. Die geben Anleitung, sagen wie etwas ganz genau geht, weil man es weiß. Theorie ist ein Werkzeug. Du kannst es auf sehr verschiedene Art einsetzen, das hängt vor allem von deiner Phantasie und Vorstellungskraft ab. Werkzeuge sind nicht richtig oder falsch, sie sind entweder passend oder eben nicht. Wie ein Schraubenzieher, der hilft auch nicht für alles, aber manchmal eben selbst für Überraschendes. Kommt ganz drauf an.

Theorie ist nicht das Gegenteil von Praxis. Niemand bezeichnet einen Schraubenzieher als das Gegenteil von Praxis. Theorie hilft Ideen zu finden. Methoden passen, wenn Problem und Lösung bekannt sind. Theorie hilft, wo eine Lösung noch unbekannt ist. Sie kann zu Ideen verhelfen, wo auf bewährtes Wissen und dazu passende Methoden nicht zugegriffen werden kann.

Könner brauchen also Theorie. Für neue Probleme und Herausforderungen, mit denen wir uns täglich rumschlagen. In diesem Sinne nutzt die Pottakademie Theorie. Sie ist Arbeitswerkzeug, um ganz praktisch, lebenswirklich und handfest an neuen Problemen zu arbeiten. Der Arbeitsraum ist unsere Werkstatt, die Pottakademie. Und so fühlt sich das da auch an.

Also keine Angst vor Pottakademie. Bei uns geht es ganz wirklich zu. Jeder, der im Leben steht, ist bei uns richtig.


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